Arbeiten noch vor dem Aufstehen

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Start in die Frühschicht um 6 Uhr früh. An Tag 3 schaffe ich es endlich pünktlich.

Es ist 5.58 Uhr und ich bin schon im Büro. Tag 3 meiner Frühschicht in der Online-Redaktion. Und ich habe es geschafft: Ich bin pünktlich.  Endlich.

Rückblick

Deskchef: “Michèle kannst du nächste Woche für die Onliner in der Frühschicht einspringen?”

“Klar.”

Deskchef: “Die fangen aber immer schon um 6 Uhr an. Stell dir lieber ein paar mehr Wecker.”*Lach

” Ok… eine Woche schaff ich das schon.” *Gezwungen Lach

Wer mich kennt, der weiß: ich bin kein Morgen-Mensch. Der frühe Vogel kann mich mal, ich führe eine höchst innige Beziehung mit meinem Bett und vor dem ersten oder besser noch zweiten Kaffee sollte mich lieber niemand stressen. Andererseits hatte ich echt Lust, einmal in der Frühschicht am Desk zu arbeiten. Die Online-Seite als Erster zu gestalten, die Nachrichten auf der Startseite zu platzieren und Nachrichten auf Facebook und Twitter zu posten.

Also baute ich auf Vorbereitung.

Sonntagabend: Mein Frühstück und mein Salat liegen fertig im Kühlschrank, meine Anziehsachen für den nächsten Tag auf dem Korb neben dem Bett und die Tasche steht schon griffbereit im Flur. Die Wecker-App im Handy ist gestellt. Ich kuschel mich ins Bett und falle ins tiefe Land der Träume.

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Ich bin sogar die Erste. Noch ist der Desk leer

Montagmorgen: “Schatz es ist 5.54 Uhr,dein Handy hat nicht geklingelt”, weckt mich mein Freund und rüttelt an meinem Arm. Sofort stehe ich senkrecht im Bett. Dabei war ich doch so gut vorbereitet… Immerhin hat sein Handy geklingelt. Im Laufschritt geht es ins Bad. Duschen ist wohl nicht mehr drin. Haare schnell zum Zopf, Zähne putzen und nebenbei versuche ich schon, in meine Jeans zu kommen. Mein Freund reicht mir im Flur noch einen Kaffee to go, ein flüchtiger Kuss und schon stürze ich die Treppen runter zum Auto. Mit Gaspedal im Anschlag saust mein kleiner Corsa zur Redaktion. Um 6.32 Uhr sitze ich an meinem Platz. Ich atme tief durch. Morgen wird es besser, nehme ich mir fest vor.

Wieder bereite ich am Abend alles vor. Nur dieses Mal wähle ich extra mehrere Wecker im Handy aus. Vielleicht war der Weck-Ton auch nur nicht penetrant und laut genug. Also suche ich einen richtig fiesen Ton heraus – dieses Mal wird es klappen.

Dienstagmorgen: “Schatz es ist 5.50 Uhr. Du hast schon wieder verschlafen”, werde ich wieder von meinem Freund geweckt. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Ich schaue auf mein Handy. Schwarzer Display. “Das ist doch eine Verschwörung”, rufe ich und stürme ins Bad. Der Montagmorgen wiederholt sich. Kaffee to go, Kuss und in Rekordzeit  zur Redaktion. 6.25 Uhr  – ich lasse mich auf meinem Stuhl fallen. Immerhin schaffte ich es ein bisschen früher. Morgen muss es klappen.

Wieder bereite ich alles vor. Aber dieses Mal ist mein Handy raus aus dem Spiel. Dieser Verräter hat mich schon zweimal im Stich gelassen. Der gute alte Radiowecker mit seinem lautem Piepton hat seinen großen Auftritt. Zur Sicherheit muss auch mein Freund sein Handy um kurz vor 5 Uhr stellen.

Mittwochmorgen: Piep, Piep, Piep, Piep…Piep, Piep Piep, Piep, Piep… Piep, Piep Piep, Piep, Piep… – Hektisch werde ich wach, langsam wandert der Blick geht zur Uhr: es ist 4.50 Uhr. Oldschool schlägt eben manchmal Handy. Pünktlich um kurz vor 6 Uhr sitze ich am Desk. Endlich.

 

 

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Mein Hauptstadt-Ausflug in Bildern

Meine zwei Wochen im Berliner Büro mit den Rundschau-Korrespondenten Werner Kolhoff, Hagen Strauß und Stefan Vetter sind schon wieder vorüber. Weil ich noch ganz viel darüber schreiben könnte, aber niemanden langweilen will, gibt es an dieser Stelle eine Bildergalerie, die meine Erlebnisse ohne endlos viele Worte ganz gut widerspiegeln.

 

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Alle “Elefanten” in einer Runde

Nahles, Schäuble, von der Leyen, Schwesig, de Maizière, Steinmeier, Gabriel, Merkel – ich habe noch nicht alle aufgezählt, aber die gesamte Bundesregierung hat sich gestern zur Generaldebatte im Reichstag versammelt. “Elefantenrunde” nennt man das, wenn der gesamte Bundestag über den Haushalt der Kanzlerin diskutiert. Sahra Wagenknecht ging mit lautstarkem Auftakt zuerst an das Rednerpult, danach folgte die Kanzlerin, deren Ansprache im Vergleich recht leidenschaftslos wirkte. Hier der audiovisuelle Beweis:

Übrigens habe ich intuitiv im richtigen Moment gefilmt. Angela Merkels Worte “Offenheit wird uns mehr Sicherheit bringen als Abschottung” war einer der tragenden Sätze ihrer Rede und wurde vielmals zitiert (auch von Rundschau-Korrespondent Werner Kolhoff). Die Botschaften konnte aber nur mitbekommen, wer aufmerksam zuhörte. img_6459Deshalb dürften einige im Plenum die ein oder andere Botschaft verpasst haben. Auf Handy oder Tablet rumtippen, lesen, in der Tasche rumkramen, mit dem Nachbarn quasseln – teilweise wirkte der Bundestag tatsächlich wie ein Kindergarten für Erwachsene. Als Sahra Wagenknecht die Bundeskanzlerin in ihrer Rede direkt ansprach, aber bemerkte, dass die im Gespräch mit Sigmar Gabriel vertieft ist, rief sie “es wäre schön, wenn Sie mir auch zuhören würden”. Was darauf folgte? Keine Reaktion der Kanzlerin. Wagenknecht debattierte weiter. Das heutige Aufmacherbild auf der Politikseite der Rundschau könnte für die “Elefantenrunde” symbolischer nicht sein.

Nach vielen Stunden, die Generaldebatte ging etwa von 9 bis 13 Uhr, folgte die namentliche Abstimmung über den Haushalt. Die Abgeordneten stimmten für den

Dr. Ursula von der Leyen bei ihrer gestrigen Rede im Plenum.

Dr. Ursula von der Leyen bei ihrer gestrigen Rede im Plenum.

Kanzlerinnen-Etat. Dafür mussten sie ihre Stimmkarte (entweder blau oder rot= dafür oder dagegen) in eine Wahlurne werfen. Das Gewusel im Plenum hätte nicht größer sein können. Nach der Generaldebatte folgten die der einzelnen Ministerien zu ihrem Haushalt. Die Versammlung der “Elefanten” löste sich auf, nur einige Bundesminister blieben. So zum Beispiel Ursula von der Leyen, denn die Debatte über den Verteidigungsetat stand an. Zwischendurch habe ich mich in der Lobby auf Ebene des Plenarsaals umgeschaut. Hier treffen die Abgeordneten auf Journalisten wie Christian Wilp (Chefkorrespondent bei RTL und n-tv) und Ilka Essmüller (RTL Nachtjournal). Die ARD war mit Korrespondentin Sabine Rau im Gespräch mit Sahra Wagenknecht sogar live auf Sendung.

Journalistenarbeit in der Lobby: vorne Sabine Rau im Gespräch mit Sahra Wagenknecht, im Hintergrund sieht man Christian Wilp, der den CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer interviewt.

Journalistenarbeit in der Lobby: vorne Sabine Rau im Gespräch mit Sahra Wagenknecht, im Hintergrund sieht man Christian Wilp, der den CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer interviewt.

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Startschuss in die Berliner Sitzungswoche

Viel Trubel dieser Tage unter der gläsernen Kuppel des Reichstags: Mit Fraktionssitzungen sind die Parteien gestern in die Berliner Sitzungswoche gestartet. In den nächsten Tagen werden sich die Politiker in zahlreichen Debatten und Ausschüssen mit dem Haushalt 2017 beschäftigen. Das klingt kompliziert. Um besser ins Thema zu

Oben links: Wolfgang Bosbach im Interview, oben rechts: Jens Spahn im Interview und unten die Linken-Spitzen inklusive Bundespräsidentschaftskandidat Christoph Butterwegge.

Oben links: Wolfgang Bosbach im Interview, oben rechts: Jens Spahn im Interview, unten: Die Linken-Spitzen inklusive Bundespräsidentschaftskandidat Christoph Butterwegge bei der Pressekonferenz.

kommen hat mich Rundschau-Korrespondent Stefan Vetter gestern schon mal zu einem Hintergrundgespräch mit SPD-Finanzminister Peter-Jürgen Schneider mitgenommen. Und der war schon in Wahlkampfstimmung und sprach über die Finanz- und Steuerpolitik im anstehenden Wahlprogramm. Danach war ich im Reichstag unterwegs um, wie schon angekündigt, beim Startschuss für die Sitzungswoche dabei zu sein. Die Fraktionen haben vor (oder nach) ihrer Sitzung Presse-Statements abgegeben. So war ich beispielsweise dabei als Die Linke ihren Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, Christoph Butterwegge, bekannt gaben. Oder als die Unions-Fraktionsmitglieder der Reihe nach aus dem Fahrstuhl stiegen und in ihr Fraktionsbüro gingen. Innenminister Thomas de Maizière, Wolfgang Bosbach und auch Jens Spahn waren zum Beispiel dabei und wurden teilweise noch schnell von Journalisten abgegriffen und interviewt. Das Top-Thema: Die vierte Kandidatur Merkels fürs Kanzleramt.

Von heute bis Freitag debattiert der Bundestag im Plenum über den Haushalt 2017.  Heute morgen war Auftakt und ich habe gleich mal vorbeigeschaut als das Finanzministerium rund um Wolfgang Schäuble den Anfang im Plenum machte. Danach durfte ich Werner Kolhoff zum Hintergrundgespräch des FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner begleiten. Gleich schaue ich drei Stockwerke tiefer bei der Bundespressekonferenz vorbei. Dort stellt Familienministerin Manuela Schwesig zum Thema “Gewalt in Partnerschaften” eine kriminalstatistiche Auswertung vor. Und danach…hm, im Reichstag debattieren heute noch Gesundheits- und Umweltministerium über den Etat 2017. Da werde ich also auch noch mal vorbeischauen.

 

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Wenn Obama am Bürofenster vorbeifährt

Seit heute ist Werner Kolhoff zurück im Berliner Büro. Gemeinsam mit den Kollegen Stefan Vetter, Hagen Strauß und Redaktionsassistentin Martina Matz halten sie jeden Morgen um 9.45 Uhr eine  Themenbesprechung im Chef-Büro von Werner Kolhoff. Der Journalist hatte eine “verkürzte” (Berliner) Woche und traf erst heute ein, weil er für eine Reportage über Flüchtlingsretter vor Ort am Mittelmeer war. Er spricht von seinen Eindrücken, die immer skrupelloser werdenden Schlepper-Geschäfte und das große Problem mit dem Dublin-Abkommen. Denn keines der EU-Länder hält sich an die Abmachung, Italien und

Vom Berliner Büro aus hat man einen perfekten Blick auf das Bundeskanzleramt. Auf dem Tisch davor gibt's alles, was ein Hauptstadtjournalist braucht.

Vom Berliner Büro aus hat man einen perfekten Blick auf das Bundeskanzleramt. Auf dem Tisch davor gibt’s alles, was ein Hauptstadtjournalist braucht.

Griechenland 160.000 Flüchtlinge abzunehmen. Während Werner Kolhoff erzählt, kreisen zwei Hubschrauber über dem Regierungsviertel. Vom Büro aus hat man beste Aussicht auf das Bundeskanzleramt. “Gleich kommt Obama”, sagt Hagen Strauß. Die Hubschrauber kündigen den US-Präsidenten an. Aber dann kommt erst einmal eine Autokolonne aus Richtung Tegel vorgefahren. Hagen Strauß und Stefan Vetter vermuten, “das wird der Franzose sein”. Damit meinen sie Frankreichs Staatspräsidenten Francois Hollande. Denn heute erweitert sich die Beraterrunde im Bundeskanzleramt noch einmal. Neben Merkel, Obama und Hollande sind auch die italienischen und spanischen Regierungschefs sowie die britische Premier-Ministerin bei der Runde über die großen Themen dabei. Aber der US-Präsi lässt wieder auf sich warten.

Zurück zur Besprechung. Werner Kolhoff geht über zum tagesaktuellen Geschehen. Aufreger-Thema für die Herren: Der Presseumgang mit Röttgens Aussage über Merkels erneute Kanzlerkandidatur. Ist schon möglich, dass sie wieder antritt, aber das werde sie wohl selber verkünden, sind sich die Korrespondenten einig. Unmöglich, sagt Kolhoff, dass einige Medien die Aussage aufgreifen und als Fakt darstellen. Schon wieder kreisen die Hubschrauber über dem Bundeskanzleramt. Aber immer noch keine Präsidentenkolonne in Sicht.

Mein momentaner Arbeitsplatz, das Haus der Bundespressekonferenz, ist direkt an der Spree gelegen.

Mein momentaner Arbeitsplatz, das Haus der Bundespressekonferenz, ist direkt an der Spree gelegen.

Für die Korrespondenten gibt es allerdings ein noch größeres (und aktuelleres) Aufreger-Thema: Martin Schulz als möglicher SPD-Kanzlerkandidat. Von Werner Kolhoff wird es dazu einen Text geben. Der Leitartikel soll sich mit dem heutigen Sechsertreffen der Staats- und Regierungschefs befassen. Apropos. Immer noch kein Obama vor dem Bürofenster. Es ist kurz nach 10 Uhr, der Termin war für 9.45 Uhr im Bundeskanzleramt angekündigt. Mit der Themenbesprechung sind wir durch. Ich gehe an meinen Schreibtisch nebenan. Keine Minute später ruft Hagen Strauß “jetzt kommt er”. Wir stehen am Bürofenster. Es dauert eine Weile (das gleiche Spiel wie gestern) bis “The Beast” endlich “am Bürofenster vorbeifährt”. Zugegeben, aus der Entfernung erkennt man weder Obamas Mimik noch seine Gestik. Aber “The Beast” (damit ist das Präsidentenauto gemeint) wirkt auch vom vierten Stock des Berliner Büros wie “The Beast”. Und auch die Präsidentenkolonne kommt einem von hier oben so absurd wie gestern noch am vom Straßenrand aus vor. Der gesamte Trott (Sicherheitskräfte, Krankenwagen, Mitarbeiter Obamas, Bedienstete und keine Ahnung wer noch in den Autos sitzt) ist noch nicht mal am Bürofenster vorbeigefahren, da läuft auf N-TV schon der Begrüßungs-Handshake zwischen der Kanzlerin und Präsident Obama. Und ich bin wieder live dabei – vor dem Fernseher. Keine 500 Meter Luftlinie entfernt vom Geschehen.

Gleich steht die Regierungspressekonferenz im Haus an. Da werde ich vorbeischauen. Wenn die durch ist, sitzt Obama wohl schon in seiner Air Force One Richtung Peru. Bye bye POTUS. Bye bye Absperrungen. Bye bye genervte Berliner. Bye bye Scharfschützen. 

...und bye bye Polizeieinsatzkräfte! Einige von ihnen verabschieden sich hier mit einem Foto vor dem Reichstag.

…und bye bye Polizeieinsatzkräfte! Einige von ihnen verabschieden sich hier mit einem Foto vor dem Reichstag.

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Wo ist POTUS???

Ja, ich war live dabei! Wirklich, ich habe es geschafft. Nach gefühlt 20 zurückgelegten Kilometern und vier Stunden Wartezeit ist POTUS endlich vorgefahren (worden). In seiner schwarzen Limousine, auch als  “The Beast” bekannt, rollte er umringt von einer riesigen Präsidentenkolonne vor das Bundeskanzleramt. Danach ging’s schnell rüber ins Berliner Büro, um live dabei zu sein, wenn Angela Merkel und Barack Obama aufeinandertreffen… live vor dem Fernseher. Der US-Präsident ist auf Abschieds-Besuch in der Hauptstadt.

Aber so ist es nun mal - jede Glückssträhne hat irgendwann ein Ende. Bei mir trat das bereits einen Tag nach Ankunft in der Hauptstadt ein. Denn heute hatte ich einfach nur Pech. Naja…oder einfach nicht den richtigen Ausweis. Um 11 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Brandenburger Tor. Dort befindet sich auch das Adlon Hotel, in dem der US-Präsident in diesen Tagen residiert. Da bis 15.15 Uhr keine offiziellen Termine angekündigt waren, konnte auch niemand sagen, wann und wo sich Obama vorher zeigen würde. Am Ende des Tages weiß ich die Antwort: Nicht dort, wo ich bin. 

Nachdem ich bereits vor der Absperrung zum Brandenburger Tor mit meinem Presseausweis, also der Bundestags-Akkreditierung, nicht

Meine "Absperrung-Route".

Meine “Absperrungs-Route”.

weiter kam, entschloss ich mich, die gesamte Absperrungs-Lage zu checken. Ich wollte feststellen, von welcher Seite ich den besten Blick auf die Präsidentenkolonne, oder noch besser, den Präsidenten, haben könnte. Nach einigen Kilometern kam ich zu dem Entschluss, dass der Standort direkt vor dem Brandenburger Tor wohl am aussichtsreichsten sei. Was ich während des Wartens so alles beobachten konnte? Kamerateams, genervte Berliner, verwirrte Touristen, unzählige Polizisten auf den Straßen und Scharfschützen auf den Dächern. Alles, was man in der Lausitz eher selten sieht. Und Obama tauchte einfach nicht auf.

Schließlich gehe ich zum Bundeskanzleramt und zeige ein letztes Mal an diesem Tag meinen Presseausweis an der Absperrung vor – ein letzter hoffnungsvoller Versuch, einen Schritt näher zu kommen. Die Polizistin verweist mich auf die andere Seite des Gebäudes zum “Check In” für Journalisten. Ich muss mich beeilen. Denn ob im Fußballstadion, beim 80. Geburtstag oder eben beim Warten auf den Präsidenten – guckt man kurz weg, passiert was. Als ich gerade auf der “anderen Seite” ankomme und ich an diesem “Check In” für Journalisten nur ein Kopfschütteln ernte, kommt natürlich die Kolonne angefahren. Und ich stehe ganz hinten am Zaun. Das sieht dann so aus:

Kurz vor 16 Uhr kam ich dann im 500 Meter entfernten Berliner Büro an. Korrespondent Hagen Strauß sitzt am Rechner, er war selber den ganzen Tag unterwegs – aber weitaus erfolgreicher. Sein Bericht über den Obama-Besuch ist so gut wie fertig. Dank Sonderakkreimg_6293ditierung harrte er direkt vor dem Adlon Hotel aus und war damit auch vor Ort, als der Präsident über den Pariser Platz flanierte. “Da muss man eben rumlungern und schauen, was passiert.” Die Hard Facts würden sowieso über die Agenturen laufen. Deshalb bringt er hauptsächlich Atmosphäre in den Text (hier nachzulesen). Er schreibt über Schampus, Regenwetter und die präsidiale Coolness.

Das Einzige, was ich von alldem mitbekommen habe, ist leider das Regenwetter.

 

 

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Das “große Quartett” am ersten Tag

“Manche schaffen das nicht mal in zwei Wochen, diese Herrschaften zu Gesicht zu bekommen”, kommentiert Rundschau-Korrespondent Stefan Vetter meinen geglückten ersten Presse-Besuch im Deutschen Bundestag. Jawoll, denke ich. Und morgen ist Obama in der Stadt.

Aber immer der Reihe nach: Für die nächsten zwei Wochen werde ich mich jeden Tag in den Zug setzen, bis nach Berlin Friedrichstraße fahren und mich in das Haus der Bundespressekonferenz begeben. Dort befinden sich im vierten Stock die Büros unserer Rundschau-Korrespondenten Werner Kolhoff, Stefan Vetter und Hagen Strauß. Ihnen möchte ich in den nächsten Tagen über die Schulter schauen, während sie über das Bundestags-Geschehen berichten. Die Volo-Station im Berliner Büro ist Teil unserer Ausbildung. Wie zu Beginn angedeutet – mein erster Tag ist “erfolgreich” gestartet. “Erfolgreich” in dem Sinne, dass ich, gerade erst in Berlin Mitte eingetroffen und frisch akkreditiert, gleich eine Verabredung mit Stefan Vetter vor dem Deutschen Bundestag habe. Nicht vor dem schnöden Besuchereingang, sondern auf der anderen Seite. Die für Presse-Leute und Politiker. Trotz Akkreditierung und vehementen Umstimmungsversuchen von Stefan Vetter wird mir der Zugang dort aber verweigert. “Wir haben Sicherheitsstufe 1″, sagt eine Dame. Warum? Ich hab’s ja schon erwähnt – morgen ist Noch-US-Präsident Obama zu Besuch. “Sie müssen durch den Seiteneingang.” Und der ist da, wo die Sicherheitsschleusen sind. Mh, und in wenigen Minuten treten die “großen Vier” vor die Kameras. Jetzt müssen wir uns beeilen.

Fraktionsebene im Deutschen Bundestag, 5 vor 12: Alles voll mit Fotografen, Journalisten, Kameraleuten. Und Volontären (man erkennt sich am Blick). Ich suche mir in all dem Gewusel rund um die vier (noch rednerlosen) Rednerpulte einen halbwegs guten Platz hinter Kameramann und Kameramann. Zwischen denen kann ich zumindest auf eines der Rednerpulte schielen.

Gleicher Ort, acht Minuten später: Da sind sie – die Koalitionsspitzen sind im Anmarsch durch den gläsernen Gangimg_6232. Nach kurzer Irritation hat jeder sein Pult gefunden. Und Jackpot. Das einzige Pult, das ich im Blick habe – es “gehört” der Kanzlerin.Grund der Zusammenkunft von Merkel, Seehofer, Gabriel und Steinmeier:  Sie präsentieren Letzteren als offiziellen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten.

Und wir erfahren auch warum:

Wie es sich anscheinend selbst für einen Außenminister noch gehört, stellt sich Frank-Walter Steinmeier kurz vor:

Während er redet, werden die Fotografen und Kameraleute immer stürmischer. Auch ich räume kurzzeitig meinen Platz. Gute zwölf Minuten später ist auch Steinmeier mit seiner Ansprache durch, bedankt sich, Angela Merkel nickt ihm zu. Keine weiteren Nachfragen erwünscht. Das “große Quartett” marschiert zurück durch den gläsernen Gang und zieht sich zurück.

Morgen steht der Obama-Besuch an – aber da sind dann nur ausgewählte Journalisten dabei. Wenn ich heute schon, noch bevor der US-Präsident überhaupt angekommen ist, am Osteingang gescheitert bin, könnte das morgen echt schwierig werden.

 

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Fitness an der Stange?

Die Arme und Beine bewegen sich in fließenden Bewegungen auf und ab, eine geschmeidige Drehung um die Stange und ein lasziver Blick über die Schulter – mit Pole Dance verbinden viele nur das “Hinternwackeln” von halbnackten Frauen für ein paar bunte Geldscheine im Stripclub. Dabei hat sich der Stangentanz längst von seinen anrüchigen und schmuddeligen Anfängen gelöst und etabliert sich immer mehr als Sportart. Pole Dance will sogar eine olympische Disziplin werden.

Und auch in der Lausitz ist die Sportart angekommen. Mareike Lehmann betreibt seit mittlerweile sieben Jahren in Cottbus die Tanzschule “Femella”. Dort unterrichtet die ehemalige Deutsche Amateurmeisterin im Pole Dance, neben Hip Hop und Kindertanz, eben auch den erotischen Tanz an der Stange. Für die 31- Jährige ist Pole Dance die schönste Art Sport zu machen: “Tanz, Kraft und Eleganz werden dabei einzigartig miteinander verbunden”. Trotz der knappen Bekleidung sei der Sport “sexy, aber niemals vulgär”.

Aber was bringt das Training an der Stange wirklich? Ich werde heute Nachmittag den Test machen und euch berichten. Im Vorfeld wurde ich bereits von Mareike Lehmann vor blauen Flecken und extremen Muskelkater gewarnt. Ich bin gespannt. Mehr zum meinem ersten Pole Dance Workshop bei Twitter: @mcz71312580
Außerdem gibt es meinen ganzen Artikel dann in wenigen Tagen in der LAUSITZER RUNDSCHAU.

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Spreewaldgurken-Talk und “grandiose” Flirtsprüche

Neben den Videobeiträgen durften wir uns auf der Kieler Woche auch im Audio-Bereich ausprobieren. Und – ganz besonders ungewohnt – wir sollten Testimonials für unsere Beiträge aufnehmen. Das bedeutet: Die Leute mit einem kurzen Video neugierig machen auf das, was wir da tun.

Aber zurück zum Audio-Beitrag: Dafür habe ich mir einen echten norddeutschen “Gurkenfreund” gegriffen. Denn auf der Bundesländermeile der KiWo habe ich doch tatsächlich einen Spreewälder-Gurkenstand entdeckt. Der Schleswig-Holsteiner Sven Matz-Siemsen ist mit der Lausitzer Spezialität seit 13 Jahren auf der KiWo. Ich habe ihn gefragt, wie die Gurken dem norddeutschen Gaumen so schmecken und warum die grünen Dinger öfter mal für Gelächter sorgen: 

Damit ihr euch auch ein Bild von der ganzen Sache machen könnt – so sieht’s am KiWo-Gurkenstand aus:

Noch mehr “auf die Ohren”? Kein Problem! Kommilitonin Julia und ich haben den Besuch in Kiel-Schilksee (Video über die Sonar-Segler) gleich damit verbunden, die KiWo-Besucher nach ihren besten Flirt-Sprüchen zu fragen: Wie bekommt man auf der KiWo eigentlich die heißesten Mädchen und Jungs ins Netz? Ein paar Antworten haben wir dann doch weggelassen…;)

 

Zurück aus Kiel stürzen wir uns jetzt wieder in das Lausitzer Getümmel. Mal sehen, was sich hier im Redaktionsalltag so alles in einen spannenden Audio-Beitrag verarbeiten lässt.

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In Kiel gibt’s viel…

..zu erleben! Besonders wenn die Kieler Woche ansteht. Gerade erst gestartet ist sie auch schon wieder zu Ende. Sieben lehrreiche und spannende Tage haben wir an der Küste verbracht. Unsere Mission für die FH Kiel und den Offenen Kanal Kiel: Videos drehen und Audiobeiträge fürs Radio aufnehmen.

Wir Volos frisch ausgestattet mit unseren KiWo-Presseausweisen.

Wir Volos frisch ausgestattet mit unseren KiWo-Presseausweisen.

Die Themen konnten wir frei wählen. Nicht ganz unwichtig war der ganze “Technikkram”. Ausgerüstet mit I-Pad (und bestenfalls auch mit dazugehörigem Mikro) sind wir also in die Sphären der Kieler Woche eingetaucht. Jeden Tag hunderte Veranstaltungen und Schauplätze, tausende Akteure und Millionen Gäste – manchmal haben wir den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Zwar lagen die Themen für unsere Berichte quasi auf der Straße und trotzdem – oder genau deshalb – war es nicht einfach, sich zu entscheiden. Und: Nicht zu unterschätzen: Allein auf “Record” drücken reicht nicht. Das Material musste von uns auch vertont und geschnitten werden.

Ich war mit Kommilitonin Julia bei der Kult-Rockband Karat. Die ist derzeit auf Rocklegenden-Tour und hat in Kiel auf der Freilichtbühne gespielt. Unsere Idee: Wir schleusen vor dem Konzert zwei Fans in den Backstage-Bereich. Und das hat sogar geklappt ;) Das Video über den spannenden Aufenthalt vor und hinter der Bühne seht ihr hier. Natürlich gibt es in dem Film auch DEN Karat-Song schlechthin zu hören!

Die KiWo in (fast) all ihren Facetten! Zauberhaft!

Die KiWo in (fast) all ihren Facetten!

Michèle und Anja B. haben mit dem jüngsten Mitglied der NDR Bigband über seine Leidenschaft zur Musik gesprochen und einen Schwedisch-Kurs für (gaaaanz) Eilige besucht. Klicka här för videon :) !

Eine ganz andere Welt während der Kieler Woche habe ich wiederum in Kiel-Schilksee kennengelernt. Absolut empfehlenswert, wenn man dem (Party-)Trubel im Zentrum entfliehen möchte.

Kommilitonin Julia (r.) und ich auf der KiWo. Mit passendem Kopfschmuck natürlich.

Kommilitonin Julia (r.) und ich auf der KiWo. Mit passendem Kopfschmuck natürlich.

Denn Schilksee ist der Ort, wo der ursprüngliche Gedanke der KiWo umgesetzt wird – hier wird gesegelt. Schließlich ist die Kieler Woche eines der größten Segelsportereignisse der Welt. Hier habe ich den Lausitzer Segler Hagen Busch “aufgegabelt”, der in der Sonar-Klasse segelt – eine paralympische Disziplin, in der er demzufolge auch gegen Segler mit Handicap antritt.  Gegen Segler, die beispielsweise keine Arme haben. Wie das funktioniert? Darüber habe ich ein kleines Video gedreht.

Wir Volos wünschen euch viel Spaß bei Ansehen unserer Videos. Die soll es ab jetzt auch öfter von unserer Seite geben – das nötige Rüstzeug (mehr als ein Smartphone braucht man dazu ja nicht) haben wir schließlich. Und einen besseren Übungsplatz für unsere Multimedia-Skills als die Kieler Woche gibt es wohl kaum! Ahoi!

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