Wenn ein Gespräch sinnlos wird

Man stelle sich folgende Situation vor:

Ein Journalist lädt eine Persönlichkeit, die vom öffentlichen Interesse ist, zu einem Gesprächstermin ein. Warum? Weil ein bedeutendes Ereignis ansteht. Nach dem Termin soll das Gespräch verschriftlicht und veröffentlicht werden. Die Persönlichkeit weiß davon, ein Aufnahmegerät steht auf dem Tisch. Der Journalist bietet der Persönlichkeit an, das verschriftlichte Interview zu überprüfen. (Das gehört sich so, meinen viele.)

Das Gespräch war wohl interessant, lang, aber Skandal-los. Das verschriftliche Interview also auch. Als der Journalist das autorisierte Interview von der Persönlichkeit zurückbekommt, fällt er (der Journalist) vom Stuhl. Nur die Fragen sind noch gleich geblieben. Der Rest wurde entweder weggestrichen oder gekürzt – neue Dinge dazugedichtet. Das Fünkchen Brisanz, was das Interview vorher hatte, ist endgültig erloschen.  Das Interview landete im Müll.

Anmerkung: Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und realen Handlungen sind wirklich rein zufällig.

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2 Antworten auf Wenn ein Gespräch sinnlos wird

  1. So eine richtige Lehre konnte ich nicht daraus ziehen. Kann immer wieder und jedem passieren. Vielleicht sollte man vor dem oder zumindest gleich nach dem Interview höflich aber bestimmt klarstellen, auf welche Aspekte man in keinem Falle verzichten wolle. Wenn er dann O.K. sagt und nachher trotzdem den Text totredigiert, steht man aber auch wieder bei null. Naja, das ist wohl unser Berufsrisiko.

    Liebe Grüße!

    Mathias

  2. AnnaMH sagt:

    Hey Jan,

    Fragen hat der gute Mann ja schon mal überhaupt nicht zu verändern. Tut er das trotzdem, kannst du seine Anmerkungen guten Gewissens ignorieren.
    Im Übrigen gibt es keine rechtliche Pflicht, ein Interview nochmals vorzulegen. Gerade, wenn du sogar ein Aufnahmegerät mitlaufen lässt, würde ich erst gar nicht das Angebot des Gegenlesens machen. Schließlich müssen wir Journalisten auch noch ein Quentchen Respekt unserer Professionalität gegenüber einfordern können.

    Right?

    Anna

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