Print vs. Online

Um eins vorweg zunehmen: Seit rund 9 Jahren lebe und liebe ich den Online-Journalismus. Ich blogge, twittere, setze Inhalte multimedial um und besuche Online-Konferenzen wie die großartige re:publica. Bis heute bin ich jedoch immer noch eng verbunden mit dem Print-Journalismus – deshalb auch mein Volontariat bei einer Tageszeitung. Wenn man es so will bin ich ein Zwitter.

Doch erst neulich musste ich feststellen, dass es da immer noch eine riesige Schere zwischen Print- und Online-Journalismus gibt. Als ich neulich mein Konzept einreichte, was ich denn von meinem Besuch der besagten re:publica für die LR beisteuern kann, bestätigte die Reaktion eines Printlers meine Behauptung. “Alles habe ich nicht verstanden. Vielleicht erklärst du mir mal bei Gelegenheit das eine oder andere”, war die Antwort. Okay, vielleicht verliere ich mich als Onliner manchmal in der Onlinewelt. Werfe mit Begriffen um mich, die Printler nicht verstehen können oder wollen. Gerne würde ich Begrifflichkeiten oder die wichtigsten Inhalte im Online-Journalismus für Printler erklären, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass diese es gar nicht richtig wollen. Im Gegensatz dazu bemerke ich, dass Onliner manchmal den Untergang der Tageszeitung sehen oder Zeitungen als das Medium der Urgroßeltern ansehen. Was ja so auch nicht stimmt.

Ich als Zwitter werde in dem Konflikt zwischen Onlinern und Printlern zum Grenzgänger. Ich bewege mich in einem Minenfeld: Stimme ich nun eher den Onlinern oder den Printlern zu? Dabei geht es heute gar nicht mehr um Print oder/und Online. Es geht um Journalismus. Und die Qualität von Journalismus ist nicht mit dem Medium verbunden.

So werde ich bei der bevorstehenden re:publica wohl erstmal Grenzgänger bleiben. Ich werde sowohl Material für die Onliner als auch für die Printler mit ins Hause bringen. Obwohl ich die Hoffnung noch nicht aufgebe, etwas für beide Parteien zu liefern: Nämlich guten Journalismus.

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