Ungewohnt einsilbig

Vier Wochen Hamburg an der Akademie für Publizistik liegen hinter mir. Einige Tipps und Tricks, neue Erkenntnisse und hilfreiche Methoden konnte ich in den vergangenen Wochen erhalten und erlernen. Viel Spaß hat mir gleich der erste Tag bereitet, als wir einen Text mit nur einsilbigen Wörtern schreiben sollten. Ich finde diese Übung ganz hilfreich, denn schließlich  gilt das Gesetz der Kürze nicht nur für Sätze sondern auch für Wörter. Jedes unnötig lange Wort ist ein Hindernis für das Verständnis des Lesers. Gerade wir als Journalisten sollten uns konsequent um kurze Wörter bemühen, deshalb fand ich die Übung einfach klasse. Vielleicht will es von Euch auch mal jemand ausprobieren?

Hier seht ihr erstmal meinen einsilbigen Text:

“Es ist als hält die Welt still. Tag ein, tag aus: Aus dem Bett, in die Schuh und aus dem Haus, so ist der Lauf. Dann geht es los zum Job. Beim Job grüß ich all die Leut im Flur und an der Tür. Dann kehr ich ein, setz mich auf den Stuhl, guck in das Blatt, les im Netz den Text und schreib drauf los. Geh zu Mann und Frau, Kind und Tier und frag ganz viel. Mach auch ein Foto von der Frau und dem Mann und auch von dem Kind und dem Tier. Dann geht’s zum Stuhl. Ich schreib nen Text. Schwer ist das nicht. Hoff nur der Text ist kein Flop, sondern Top. Dann ist Schluss. Ich geh in die Schuh und  geh nach Haus. Aus die Maus. Ess noch was und dann ab ins Bett. Ich schlaf und wenn ich erwach, ist es als hält die Welt still. Tag ein, tag aus…”  

   

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5 Antworten auf Ungewohnt einsilbig

  1. Anna MH sagt:

    Super – nahezu lyrisch. Wirklich eine klasse Übung.

  2. anjaguhlan sagt:

    Danke, danke liebe Anna. Versuchs doch auch einmal. Und wenn du wilst kannst du deinen Text sogar hier posten.

  3. Mike sagt:

    Wirklich super Eintrag. Total verständlich. Ich glaube ich hätte das nicht so einfach gekonnt. Daher verzeihe ich den kleinen “Fehler” ;)

    Denn: “er-wach” hat schließlich zwei Silben ;)

    Liebe Grüße

    Mike

  4. Texte, die nur aus einsilbigen Wörtern bestehen, helfen Leseanfängern sehr, denn diese bekommen beim Lesen eine Gefühl der Sicherheit. Der Text hier ist zwar ganz nett und leicht, aber es kommen auch Wörter mit zwei Silben vor. “Sondern” und “erwach” sind zweisilbige Wörter.
    Nichts für ungut und schöne Grüße – Siegbert Rudolph

  5. Ich habe mich auch an einem Text versucht, der nur aus Wörtern mit einer Silbe besteht. Ich suche weitere solche Texte. Meiner ist nicht besonders spannend. Aber er kann von den meisten Schülern mit Legasthenie oder LRS problemlos gelesen werden. Und das gibt Sicherheit und macht Mut. Hier der Text:
    Das Reh
    Es ist Nacht im Wald. Im Wald ist es kalt. Der Mond scheint nicht. Das Reh steht still. Es hat Angst. Der Wind pfeift. Das Reh hat Durst. Was soll es tun? Es läuft zum See. Der See ist weit weg. Das Reh läuft und läuft. Der Weg ist sehr lang. Bald ist es am See. Aber da ist nur Eis. Der See ist zu. Das Eis ist dick. Der Durst des Rehs ist groß. Das Reh schaut sich um. Das Reh sieht Baum an Baum. Der Wald ist tief. Das Reh fasst Mut. Es rennt und rennt. Da ist noch ein See. Die Welt ist hart. Der See ist auch zu. Da sieht das Reh ein Zelt. Im Zelt ist ein Mann. Der Mann sieht das Reh. Das Reh horcht auf und steht. Der Mann kommt aus dem Zelt und ruft das Reh zu sich. Der Mann hilft dem Reh. Er hackt das Eis auf. Das Reh stillt den Durst. Der Durst des Rehs ist weg. Das Reh freut sich. Es dankt dem Mann und geht fort. Der Mann schläft schnell ein. Was für ein Glück im Wald.

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