Auf Erkundungstour im Lausitzer Seenland

Schwimende Häuser. Foto: Anja Guhlan

Schwimmende Häuser. Foto: Anja Guhlan

Wie Europas größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft entsteht, konnten wir Volontäre und Masterstudenten Ende Mai in Einblicken erleben.

Einst bestimmte die Förderung der Braunkohle den Rhythmus des Lebens und der Natur. Um in Zahlen zu sprechen: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in der Lausitz über zwei Milliarden Tonnen Braunkohle aus bis zu 60 Metern Tiefe geholt. Heute schafft der Mensch gerade eine spektakuläre Wasserlandschaft. 23 neue Seen entstehen aus alten Tagebaugruben auf einer Fläche von 14.000 Hektar. Neun Seen werden durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden.

Vom Braunkohlerevier zum Tourismus- und Naturparadies

Die Landmarke. Foto: Anja Guhlan

Die Landmarke. Foto: Anja Guhlan

Unsere erste Station war deshalb der Besuch bei der LMBV. Seit Mitte der 1990er trägt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgeselschaft (LMBV) die Verantwortung für die Sanierung und Wiedernutzbarmachung der Bergbaualtlasten. Dr. Uwe Steinhuber und Volker Krause von der Unternehmenskommunikation der LMBV führten uns dann in etwa zwei Stunden mit Jeeps durch das Lausitzer Seenland. So konnten wir beispielsweise Einblicke in den Bau eines Überleiters (Infoblatt Überleiter 12) erhalten, sahen die Schwimmenden Häuser auf dem Geierswalder See und die „Landmarke“- ein architektonisches Symbol für den Widerspruch von Natur und Industrie.

Anschließend fuhren wir nach Senftenberg. Senftenberg liegt populär an einem der ersten gefluteten Seen, nämlich dem Senftenberger See. Um den See noch näher mit der Stadt zu verbinden, wird derzeit ein Stadthafen in Senftenberg errichtet, den wir uns ausgiebig anschauen durften. Doch irgendwann soll der Stadthafen auch mit Leben gefüllt werden, in diesem Zuge trafen wir uns mit dem Wirtschaftsförderer Frank Neubert. Von ihm erfuhren wir, dass die Vision der Stadt Senftenberg ganz einfach ist: Unternehmen investieren in Gewerbe, Forschung, Industrie oder Handwerk. Für die Stadt bedeutet das unter anderem: Neue Arbeitsplätze, Einwohnerzuzug, Einnahmen und eine erhöhte Kaufkraft. Das es manchmal nicht ganz einfach ist geeignete Investoren zu finden, wurde einem in dem Gespräch umso deutlicher.

Das Lausiter Seenland und der Tourismus

Nach einer kleinen Mittagspause in der Broilerbar, ging es weiter nach Hoyerswerda zum Tourismusverband Lausitzer Seenland. In einem Gespräch mit der Geschäftsführerin Kahtrin Winkler erfuhren wir die das Lausitzer Seenland touristisch erschlossen werden soll. Und auch hier setzt man auf das entstehende Wasser mit Wassererlebnissen wie Segeln, Rudern, Surfen, Tauchen und Angeln. Jeder See soll dabei seinen eigenen Charakter bekommen, um Aktivurlauber anzulocken.

Zum Abschluss besuchten wir in Großräschen die IBA-Terrassen. Direkt am Rand des ehemaligen Tagebaus Meuro befinden sich heute die IBA-Terassen – ein Besucher – und Informationszentrum. Von den Terrassen aus konnten wir Volos einen atemberaubenden Blick in eine Tagebaulandschaft erhalten, die in einigen Jahren der Großräschener See sein wird. Ein unglaublich schönes Gefühl zum Abschluss eines interessanten Tages.

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