Fachchinesisch für Hauptstadtkorrespondenten

Wer als Berichterstatter nach Berlin kommt, lernt schnell: Deutsche Politiker sprechen nicht einfach so mit Journalisten, sondern „unter eins“, „unter zwei“ oder „unter drei“. Die Regeln der Bundespressekonferenz sind auch außerhalb dieses imposanten Gebäudes, in dem ich momentan untergebracht bin, ungeschriebenes Gesetz.

Die Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm

Die Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm in Berlin.

Uns Volos bereits durch den Lokaljournalismus bekannt, werden sie hier in Berlin auffallend oft bei Presseterminen und Hintergrundgesprächen geäußert. Welche Infos die Journalisten aus diesen Runden in ihren Medien kundtun, regelt Paragraph 16 der Vereinssatzung der Hauptstadtkorrespondenten: Die Mitteilungen erfolgen “unter eins”, also zur “beliebigen Verwendung” oder “unter zwei”, nämlich “zur Verwertung ohne Quelle und ohne Nennung des Auskunftsgebenden” oder “unter drei”, also vertraulich. Es sind Paragraphen der Vereinigung deutscher Hauptstadtkorrespondenten, die 1949 von Parlamentskorrespondenten in der „Bundespressekonferenz“ gegründet wurden. Ihr Ziel war es, möglichst leicht an Informationen von Personen aus der Politik zu kommen.

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