Wo ist POTUS???

Ja, ich war live dabei! Wirklich, ich habe es geschafft. Nach gefühlt 20 zurückgelegten Kilometern und vier Stunden Wartezeit ist POTUS endlich vorgefahren (worden). In seiner schwarzen Limousine, auch als  “The Beast” bekannt, rollte er umringt von einer riesigen Präsidentenkolonne vor das Bundeskanzleramt. Danach ging’s schnell rüber ins Berliner Büro, um live dabei zu sein, wenn Angela Merkel und Barack Obama aufeinandertreffen… live vor dem Fernseher. Der US-Präsident ist auf Abschieds-Besuch in der Hauptstadt.

Aber so ist es nun mal - jede Glückssträhne hat irgendwann ein Ende. Bei mir trat das bereits einen Tag nach Ankunft in der Hauptstadt ein. Denn heute hatte ich einfach nur Pech. Naja…oder einfach nicht den richtigen Ausweis. Um 11 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Brandenburger Tor. Dort befindet sich auch das Adlon Hotel, in dem der US-Präsident in diesen Tagen residiert. Da bis 15.15 Uhr keine offiziellen Termine angekündigt waren, konnte auch niemand sagen, wann und wo sich Obama vorher zeigen würde. Am Ende des Tages weiß ich die Antwort: Nicht dort, wo ich bin. 

Nachdem ich bereits vor der Absperrung zum Brandenburger Tor mit meinem Presseausweis, also der Bundestags-Akkreditierung, nicht

Meine "Absperrung-Route".

Meine “Absperrungs-Route”.

weiter kam, entschloss ich mich, die gesamte Absperrungs-Lage zu checken. Ich wollte feststellen, von welcher Seite ich den besten Blick auf die Präsidentenkolonne, oder noch besser, den Präsidenten, haben könnte. Nach einigen Kilometern kam ich zu dem Entschluss, dass der Standort direkt vor dem Brandenburger Tor wohl am aussichtsreichsten sei. Was ich während des Wartens so alles beobachten konnte? Kamerateams, genervte Berliner, verwirrte Touristen, unzählige Polizisten auf den Straßen und Scharfschützen auf den Dächern. Alles, was man in der Lausitz eher selten sieht. Und Obama tauchte einfach nicht auf.

Schließlich gehe ich zum Bundeskanzleramt und zeige ein letztes Mal an diesem Tag meinen Presseausweis an der Absperrung vor – ein letzter hoffnungsvoller Versuch, einen Schritt näher zu kommen. Die Polizistin verweist mich auf die andere Seite des Gebäudes zum “Check In” für Journalisten. Ich muss mich beeilen. Denn ob im Fußballstadion, beim 80. Geburtstag oder eben beim Warten auf den Präsidenten – guckt man kurz weg, passiert was. Als ich gerade auf der “anderen Seite” ankomme und ich an diesem “Check In” für Journalisten nur ein Kopfschütteln ernte, kommt natürlich die Kolonne angefahren. Und ich stehe ganz hinten am Zaun. Das sieht dann so aus:

Kurz vor 16 Uhr kam ich dann im 500 Meter entfernten Berliner Büro an. Korrespondent Hagen Strauß sitzt am Rechner, er war selber den ganzen Tag unterwegs – aber weitaus erfolgreicher. Sein Bericht über den Obama-Besuch ist so gut wie fertig. Dank Sonderakkreimg_6293ditierung harrte er direkt vor dem Adlon Hotel aus und war damit auch vor Ort, als der Präsident über den Pariser Platz flanierte. “Da muss man eben rumlungern und schauen, was passiert.” Die Hard Facts würden sowieso über die Agenturen laufen. Deshalb bringt er hauptsächlich Atmosphäre in den Text (hier nachzulesen). Er schreibt über Schampus, Regenwetter und die präsidiale Coolness.

Das Einzige, was ich von alldem mitbekommen habe, ist leider das Regenwetter.

 

 

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