Hier bloggen wir – die Volontäre der Lausitzer RUNDSCHAU. Wir, das sind Jan Augustin, Vivien Czepok, Alexander Dinger, Anna Müller-Heidelberg, Juliane Preiß, Anja Guhlan, Anne Guckland, Sophie Bartholome, Bernhard Schulz und Rüdiger Hofmann.
Die Volos im Kurzporträt:
Anne Guckland
Lausitz? Musst du da nicht polnisch, äh sorbisch können? Willst du nicht lieber hier bleiben? Solche und andere Kommentare erntete ich 2011, als ich verkündete, dass ich bei der Lausitzer Rundschau ein Volontariat beginnen würde.
Öfter mal was Neues war bei dem Ortswechsel vor allem meine Devise. Bisher habe ich nämlich nur in zwei Städten gelebt. Ein bisschen wenig, für einen Nachwuchs-Journalisten. Geboren, aufgewachsen und erste journalistischen Gehversuche unternahm ich in Halle an der Saale. Bekannt für Händel, Hallorenkugeln und als „Graue Diva“. Während der Schulzeit begann ich in der Jugend-Online Redaktion von MDR Sputnik. Dort schrieben und fotografierten Schüler für Schüler im Netz. Nach dem Abi bekam ich nur in Halle und München die Zulassung für meine Traum-Fächer-Kombination Politik-, Medien- und Germanistische Literaturwissenschaften. Bayern war mir suspekt, München sehr teuer, also blieb ich in Halle. Bei einem Praktikums bemerkte ich, dass Lektoren doch nicht den spannendsten Beruf der Welt haben. Also versuchte ich es in der Online- und einer Lokalredaktion der Mitteldeutschen Zeitung. Dort machte mir die Arbeit sehr viel Spaß. Bald war klar, ein Volontariat musste her.Das Angebot kam aus der Lausitz und nun heißt mein neuer Hauptwohnsitz: Cottbus.
Ach ja, zwischendurch entdeckte ich während eines Auslandsjahres noch die Vorzüge und auch Nachteile von europäischen Hauptstädten. Ich verbrachte ein ganzes Jahr in Paris. Und lernte bei einem Dreh für ZDF Wiso (Rubrik „Fahren mit Kienzle“) auch Ulrich Kienzle kennen. Spätestens da stand fest, Journalist ist einfach das richtige für mich!
Bernhard Schulz
Von meiner Zeit auf dem Gymnasium ist mir kaum ein Zitat wortgetreu im Gedächtnis geblieben. Ausgenommen davon ist ein kleiner Satz. Er stand auf einer Karte, die mir
meine Tutorin zum Abschied mit auf den Weg gab: „Es ist nicht so wichtig seine Grenzen zu kennen, als sie zu erweitern.“ Nun – kein schlechtes Lebensmotto – dachte ich mir, als ich 2003 die wohlbekannten Grenzen des Spreewalds verließ.
Nach einem Jahr Aufenthalt in Rostock brachte mich der Zufall schließlich ins Elbflorenz. Ein Studium der Germanistik und Geschichte stand auf der To-do-Liste. Dort merkte ich schnell, dass ich noch andere Kanäle brauchte, um meinem Schreibdrang Genüge zu tun. So stolperte ich voll klassischen Bildungsidealismus in das erste Praktikum bei einer Tageszeitung. Wenig später gab es weitere redaktionelle Gehversuche bei einer Lokalredaktion der LR. Wie eine Gazette produziert wird, hatten mich bereits die mühsamen Stunden meines Nebenjobs in einer Druckerei gelehrt. All die gesammelten Erfahrungen führten letztlich zum Schluss: Lass’ nichts unversucht, um Redakteur zu werden!
Mit dem Magister in der Tasche ging’s zur Sächsischen Zeitung, wo ich als freier Journalist Dresden und Freital unsicher machte. Und ehe ich mich versah, klingelte das Telefon und ich saß im Medienhaus der RUNDSCHAU. Das Abenteuer Volontariat hat für mich im Spätsommer 2011 begonnen. Und zwar nicht irgendwo, sondern hier, in meiner Lausitzer Heimat.
Vivien Czepok
In der Grundschule habe ich immer gesagt: ich werde Bäckerin. Als Schleckermäulchen habe ich es geliebt, meiner Mutti beim Backen zu „helfen“. Vor allem in der Weihnachtszeit, wenn es überall nach Plätzchen und Zimt gerochen hat. Als ich aber später groß genug war und mich endlich selbst am Herd austoben durfte, musste ich schnell kapitulieren. Mit meinen zwei linken Händen entkam der Backofen immer nur knapp einer Rauchvergiftung… Also habe ich meine Neugierde zum Beruf gemacht. Nach dem Studium der „Angewandten Medienwirtschaft“ mit Ausbildung zur Fernsehproduzentin auf Rügen (während dieser Zeit habe ich vieleBeiträge für den lokalen Fernsehsender„rügen campus“ produziert), arbeitete ich längere Zeitals Radio-Nachrichtensprecherin in Cottbus. Nach und nach fehlte mir aber die Herausforderung, Geschichten weiter auszubauen und mehr in die Tiefe zu gehen. Es folgte ein Fernsehpraktikum bei RTL in München, bis es mich letztlich Anfang Juni 2010 zur schreibenden Zunft zog. Seitdem kann ich mich in der lokalen Berichterstattung der Lausitzer Rundschau vollends ausleben, was auch unter www.lr-online.de, Stichwort ,Vivien Czepok’ nachzulesen ist.
Anna Müller-Heidelberg
Nach dem Abitur in Hildesheim: Kolumbien. Ich arbeite mit Menschenrechts- und Straßenkinderorganisationen. Das Leben ist nicht schwarz/weiß, Kolumbien das beste Beispiel dafür. Deshalb entscheide ich mich für ein Studium der Rechtswissenschaften in Berlin und auf Kuba – vielleicht lässt sich einiges zum Positiven hin ändern? Auch auf Kuba erlebe ich ein schwieriges Beispiel von Idealen auf der einen und deren Umsetzung auf der anderen Seite. Trotzdem konnte ich an meiner Motivation für den Journalismus festhalten: „Ein leidenschaftlicher Journalist kann kaum einen Artikel schreiben, ohne im Unterbewußtsein die Wirklichkeit ändern zu wollen.“ (Rudolf Augstein) Nach zwei Jahren als Übersetzerin und freie Journalistin in Hamburg bin ich seit Mai 2010 Volontärin bei der LR.
Juliane Preiß
Beim Sprechen verwechsele ich manchmal B und P. Das schiebe ichauf meinen regional bedingten Sprachdefekt. Ich bin in Nordhessen geboren und aufgewachsen. Die Nordhessen verschlucken beim Sprechen gern mal ganze Silben. Deshalb ist das mit einer Radiokarriere auch nichts geworden. Das Schreiben liegt mir eher.
Nach diversen Praktika und Freien Mitarbeiten bei derHessischen/Niedersächsischen Allgemeinen, AVE Fernsehproduktion, NDR, Reeperbahn Festival oder demDED Botswana bin ich jetzt in der Lausitz gelandet. Vieles hier erinnert michirgendwie an Botswana. Es gibt wilde Tiere, die riesigen Äcker sind staubig wie die Kalahari und imSpreewald gibt es fast genauso viele Mücken wie imOkavango-Delta. Die Region ist für mich völliges Neuland. Ich entdecke hier jeden Tag was Neues und benehme mich manchmal wie ein Tourist: Wenn ichein Storchennest sehe, gehe ichso doll in die Eisen, das hinter mir Fahrer mit Kennzeichen LDS, SPN oder OSL wildfluchend gestikulieren. Oder ich wende mitten in der Allee und fahre nochmal durch, einfach weil es so schön ist. Seit dem 1. März bin ichVolontärin bei der Lausitzer Rundschau.
Jan Augustin
Meinen Weg zur Lausitzer Rundschau habe ich über die
Sportzeit gefunden. Die Sportzeit entstand aus einer Idee junger Menschen. Einmal pro Woche – immer dienstags – sollte im halbrheinischen Format über den Lausitzer Sport informiert werden. Dem 20-köpfigen Team gelang das auch und das mit mir als Redaktionsleiter. Bunte Geschichten mit frischem Layout und tollen Bildern genügen aber nicht in dieser turbulenten Medienwelt. Die Anzeigen wurden rarer, und die Verkaufserlöse waren sowieso zu gering. Das war das Ende der Sportzeit und für mich der Anfang bei der Rundschau vor zwei Jahren.
In den 31 Jahren zuvor bin ich in Berlin geboren und mit zehn nach Cottbus gekommen, habe die Schule zu Ende gebracht und mit dem Studium (Sportwissenschaft) in Potsdam begonnen, eine kleine Handelsfirma mitgegründet (im alten Haidemühl), das Studium beendet (Dipl. Sportökonom) und eine Sportagentur angemeldet.
Alexander Dinger
Hyvää päivää! Minun nimeni on Alex. Minä olen kaksikymmentä neljä. Ok, eigentlich bin ich mittlerweile 26 Jahre alt. Doch leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, was 26 in finnischer Sprache heißt. So werde ich zumindest in Finnland ewig als 24-Jähriger durchgehen. Altern ist eh doof!
Man steht da, denkt nach und schaut zurück. Plötzlich liegen Bilder, Erlebnisse und Stationen weit zurück und das, obwohl man doch gerade erst losgelaufen ist. Gerade noch 24 und jetzt? Zack, Krach, Bumm: 26 Lenze. Mein Startschuss fiel in Riesa. Dort habe ich Grundschule und Gymnasium besucht. Dann raus. Weit weg – nach Chemnitz (ehm. Karl-Marx-Stadt). Obwohl ich Probleme mit Sprache und Mentalität vor Ort hatte, konnte ich mich durchschlagen und die örtliche Universität davon überzeugen, einen Fremden aufzunehmen. Für Nanotechnologie war mein Notendurchschnitt zu gut, also studierte ich Wirtschaftspädagogik, Geschichte und Germanistik/Mediävistik. Weil Chemnitz auf Dauer zu hektisch ist und man nicht den ganzen Tag auf der Überholspur leben kann, ging ich nach Oulu, Finnland. Elche, Sauna und Lakritzschnaps – Anhalten, verschnaufen und Nordlichter gucken. Das war vor zwei Jahren. Richtig, als ich noch 24 Jahre alt war.
In Finnland kam auch die Sache mit dem Schreiben hoch. Gestärkt und mit leerem Kopf bin ich von Oulu nach Berlin gegangen. Kontrastprogramm! Erste Station: Boulervardjournalismus bei der B.Z., dann wieder nach Chemnitz, dort zu Freie Presse und 371 Stadtmagazin. Nun bin ich seit September mit dem Studium fertig und seit Oktober 2010 Volo bei der Lausitzer Rundschau. Erste Station: Lokalredaktion Finsterwalde. Wusstet Ihr, dass Finsterwalde früher Düsterbusch hieß? Darf ich also künftig Finsterwalde (ehm. Düsterbusch) schreiben? Und überhaupt, was heißt denn nun 26 auf Finnisch?
Anja Guhlan
In meiner Kindheit liebte ich die Benjamin-Blümchen-Serien.
Aber nicht den dickbäuchigen Elefanten mochte ich am meisten. Ich schloss Karla Kolumna – die rasende Reporterin – in mein Herz. Fortan wollte ich auch Geschichten recherchieren und schreiben. Im Jugendalter kam ich meinem Traum näher: Mit 18 Jahren habe ich ein Praktikum bei der Lausitzer Rundschau in der Lokalredaktion Spremberg begonnen. Seitdem bin ich im Journalismus hängengeblieben. Mit der Zeit interessierte ich mich auch für das Medium Internet. Da lag es auf der Hand, dass ich nach Darmstadt gehen werde, um dort Online-Journalismus zu studieren. Mit dem Diplom in der Tasche und dem nötigen Know-How arbeitete ich bis heute bei verschiedenen Medienunternehmen wie den Dresdener Neuesten Nachrichten, bei spiesser.de und bei news.de. Als freie Journalistin schrieb ich auch für die Yaez und für den Schulspiegel. Mein erstes Jahr als Volontärin bei der Lausitzer Rundschau verbrachte ich in der Lokalredaktion Weißwasser. Seit dem 1. Januar 2012 lerne ich meine zweite Station den Desk besser kennen. Besser kann das Jahr wohl nicht beginnen.
Hall of Fame
Doreen Hotzan (2009 – 2011)
Als Kind hatte ich viele Berufswünsche. Von Krankenschwester über Tierärztin bis zur Rechtsanwaltsfachangestellten war alles dabei.Doch diese Vorstellungen zerschlugen sich recht schnell, als ich in der 9. Klasse mein Schülerpraktikum bei der Märkischen Oderzeitung in meiner Heimatstadt Frankfurt (Oder) absolvierte. Seitdem stand meine Wahl fest: Ich wollte Journalistin werden. So folgten weitere Praktika bei verschiedenen Zeitungen sowie beim Hörfunk. Nach meinem Abitur 2002 in der Kleiststadt drückte ich die Schulbank in der Berufsschule. Denn ich wollte nicht sofort auf die Uni, sondern erst einmal einen Beruf erlernen und Geld verdienen. Mit meiner kaufmännischen Ausbildung schuf ich die Grundlage für mein Studium im beschaulichen sächsischen Mittweede. Im Studiengang Medienmanagement war ich mit noch einem Kommilitonen in unserem Jahrgang der Exot unter den Studenten, denn wir waren die einzigen Brandenburger. Das fiel vor allem vom Akzent her auf
. Mit dem Abschluss in der Tasche folgten weitere Praktika bei Hörfunk und verschiedenen Zeitungen und die Tätigkeit als freie Mitarbeiterin. Im September 2009 hat es mich als Volontärin zur RUNDSCHAU verschlagen. Von der Lausitz kannte ich bis dahin noch nicht allzu viel, doch als Volontärin habe ich die Gegend nach und nach entdeckt.
Mathias Klinkmüller (2009-2011)
Schwupps, da sind zwei Jahre schon wieder vorbei. Schöne Jahre. Lehrreiche Jahre.
Habe im Lokalen Cottbus, Guben, Spremberg, Forst, Luckau, Lübben und Lübbenau kennengelernt. Das Tolle: Wenn ich jetzt durch diese Städte fahre, sehe ich nicht nur die Häuser, sondern im Kopfe auch Menschen hinter den einst anonymen Fassaden. Menschen, die etwas zu erzählen hatten. Etwas, das ich aufschrieb, das ich fotografierte, das ich in die Tasten tippte-etwas, das dafür sorgt, dass ich gern an diese Städte zurückdenke. Die Geschichten jenseits des Bürofensters werden mir fehlen. Mein Fazit: Lokalreporter-ein Traumjob für Menschen, die Menschen mögen.
Melanie Sonnenbrodt (2009-2011)
Goethes „Faust“ in der Schule. Ich glaube, damit hat alles angefangen. Dann kam Thomas Mann, Bertolt Brecht und Heinrich Heine. Die deutschen Klassiker zu lesen, hat mich während meines Germanistikstudiums total fasziniert. Gäbe es Bafög ein Leben lang, hätte ich sicher nichts anderes getan.
Irgendwann aber hatte ich doch genug vom Lesen … und bin schwupps-di-wupps bei der RUNDSCHAU in meiner Heimatstadt Senftenberg gelandet. Dass es von Berlin nun ausgerechnet wieder zurück aufs Land gehen würde, hat mich selbst ein bisschen geschockt. Dennoch war ich schnell fasziniert. Diesmal nicht von Persönlichkeiten wie Mann, Brecht und Heine, sondern den Menschen in der Lausitz. Denn ihre Geschichten liefern zuweilen genau den Stoff, aus dem die Klassiker gemacht sind. Man muss nur genau hinhorchen und die richtigen Fragen stellen. Und genau das lernte ich als Volontärin bei der LAUSITZER RUNDSCHAU.
Manuel Holscher (2008-2010)
Sport war schon immer seine Leidenschaft. Aktiv versuchte sich Manuel Holscher zunächst als Tennisspieler. Schon mit 15 merkte der gebürtige Bremer aber, dass es viel schöner ist, ins Weserstadion zu gehen und die Fußballspiele des SV Werder zu analysieren. Die Idee, Journalist zu werden, schlummerte schon lange in ihm. Bei der Schülerzeitung tobte er sich erstmals aus und verfasste Berichte. Nach Stationen bei Zeitungen in Bremen, Witzenhausen, Eschwege, Nürnberg und Berlin führte ihn sein Weg vor zwei Jahren in die Lausitz zur RUNDSCHAU. Die Ergebnisse seiner Arbeit findet ihr hier.
Michael Schulz (2008-2010)
“Journalist”, antwortete er, als ihn sein Politiklehrer in der 12. Klasse fragte, was er einmal werden wolle.
Warum er das sagte, daran kann sich Michael Schulz nicht mehr erinnern. Aber er hielt Wort und begann gleich ganz oben – als Herausgeber. Allerdings trennte sich seine Redaktion um die studentische Literaturzeitschrift “the0 030″ schon bald im Streit (Neid, Alkohol, Frauengeschichten). Somit musste er doch noch anfangen selbst zu schreiben. Zunächst als Praktikant bei “Bild”, “B.Z.”, “Tip” (Berliner Stadtmagazin) und “Der Pressesprecher” (PR-Fachmagazin), dann als Volontär bei der “Lausitzer Rundschau”. Was er dort veröffentlicht hat, lässt sich hier nachlesen.
