Wie Kaffeehausliteraten

s duftet nach frisch gemahlenen Kaffeebohnen, Kinder huschen am gemütlichen Ledergestühl entlang und ein Pärchen bestellt sich ein Stück Sahnetorte. Doch in der Szenerie dieses Hoyerswerdaer Cafés fehlt noch etwas. In der hinteren Ecke der „Choco Lounge“ sitzen zwei Redakteure der RUNDSCHAU. Und ein Volontär; ich. Wenn das Arbeiten vom Geräuschpegel hier auch nicht unbeeinflusst bleibt, so ist es doch höchst spannend. Und es weckt Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit. Eine Zeit in der sich Literaten, wie Arthur Schnitzler oder Hugo von Hofmannsthal, in gemütlichen Kaffeehäusern trafen, um dort ihrem Café Griensteidl (1896)kreativen Tagesgeschäft nachzugehen. Im Unterschied zu damals wird die Zeitung heute im Café auch gemacht und nicht nur gelesen. Und natürlich hat sich die technische Ausstattung seit der Jahrhundertwende nicht unwesentlich verändert. Schließlich wird die LR-Ausgabe für Hoyerswerda seit diesem Jahr von der Choco Lounge aus mit bestritten. Na dann – „Einen Cappuccino, bitte.“

Veröffentlicht unter Sachsen, Schreiben | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Die besten Rammler des Landes

Wie Rüdiger es so schön in seiner Blattkritik formulierte, habe ich den Grundsatz eingehalten, wenigstens einmal in der Ausbildungsphase einen Kaninchenzüchterverein unter die Lupe zu nehmen. Und das sogar bei der 18. Landesrammlerschau Berlin-Brandenburg in Kerkwitz. Heute durfte ich mir die 409 kuscheligen Langohren genauer anschauen. Mein Favorit guckt euch mit seinen schwarzen Knopfaugen rechts aus dem Käfig an. Ein kleiner Tipp für meine Volo-Kollegen, die den Besuch einer Kaninchenschau noch vor sich haben: Geht nicht zu nah an den Käfigen lang, denn sonst kommt ihr dort nicht mehr trocken heraus!

Veröffentlicht unter Allgemein, journalistische Missgeschicke, Recherche, Redaktion, Tierisch | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Gemeinheiten zum 30.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Highlights 2011

Besuch in Lübben

 

 

 

 

 

 

Ja genau, richtig gesehen: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck besuchte die Redaktion in Lübben. Eine halbe Stunde löcherte meine Volobetreuerin den Politiker.  (Der übrigens an dem “Volo-Arbeitsplatz” sitzt.) Anfang Dezember war das. Neben dem Besuch von Tim Mälzer, der Begegnung mit jeder Menge spannender Persönlichkeiten, einigen Ausflügen nach Kiel, eines meiner persönlichen Höhepunkte 2011.

Allen Lesern an dieser Stelle ein gesundes, glückliches und erfolgreiches 2012!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Symbolbilder (3)

Es ist eines seiner ersten Kunstwerke gewesen. Vielleicht auch eines seiner bekanntesten. “Balloon Girl – There is always hope” wurde mittels Schablone schon an Dutzende Häuserwände gesprüht. Eine modifizierte Version wurde auch an die Mauer an der Westbank in Palästina aufgetragen. Das Banksy-Graffito “Balloon Girl” konnte 2007 bei Sotheby’s gar für 37,200 Pfund versteigert werden. Wahrscheinlich, weil das Bild eine Unbeschwertheit ausstrahlt, wie es sie wohl nur in früher Kindheit gibt. Die Nickis sind übrigens klasse.

Veröffentlicht unter Allgemein, Crossmedia, Feuilleton, Fotografie, Lausitz, Reisejournalismus | Hinterlasse einen Kommentar

Die letzte Archivarin

Mikrofiche-Lesegerät

Ein kleiner Rest ist noch da, im dritten Stock des Pressehauses. Regale voller Mikrofilme, Karteikarten, alter Zeitungen - und eine Archivarin. Sie ist die einzige die blieb von sieben Kollegen. Drei Stunden in der Woche arbeitet sie hier, bald wird auch das enden. Die Rundschau löst ihr Archiv auf.

Eine verstaubte Kammer ohne Bezug zur Realität - das verbinden viele Menschen mit Archiven. Dabei stecken Zeitgeschichte und Wissen aus Jahrzehnten in den Räumen. Jede Ausgabe haben die Archivare seit 1946, dem Geburtsjahr der LR,  aufbewahrt.

Akribische Zeitungslektüre war für sie Pflicht. Die Archivare entschieden in Konferenzen, welche Beiträge es in eines der Regale schaffen sollten. Dann schnippelten die Kollegen das Wichtigste aus, klebten es in Miniatur auf Karten, chiffrierten diese mit komplexen Codes. Das DDR-Regime legte solche Kürzel für jeden Suchbegriff fest. Ob “Kartoffel”, “Berlin” oder “Nasenhaar” – Buchstabenreihen ohne jeden Zusammenhang sollten Ordnung schaffen. Die letzte Archivarin lächelt beim Gedanken daran. Sie brauchte fünf Jahre, um all die Codes auswendig zu lernen. So war sie viele Jahre lang Wikipedia, google und Elias in einem.

Wenn sie geht, bleiben nur die Computer.

Veröffentlicht unter Recherche | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

Büro mit Alpenpanorama

Bei Föhn konnte ich vom Schreibtisch aus die Alpen sehn. Sogar die Zugspitze, die aussieht, wie ein Backenzahn mit fieser Karies. Der Schreibtisch steht im 17. Stock des Redaktionsgebäudes der Süddeutschen Zeitung in München. Vier Wochen lang habe ich versucht mir als Praktikantin in der Redaktion München, Region und Bayern über 100 Namen zu merken, die in diesem Ressort arbeiten. Hoffnungslos. Aber einige viele sind durchaus hängenbeglieben.

Blick aus einem der vielen Büros im 17. Stock: Ich bat den Kollegen, er solle bitte die Zugspitze scharf draufkriegen.

Blick aus einem der vielen Büros im 17. Stock: Ich bat den Kollegen, er solle bitte die Zugspitze scharf draufkriegen.

Mit einem Haufen Visitenkarten in der Tasche und ner Menge hilfreicher Tipps kann ich nur sagen: so eine Erfahrung ist Gold wert. Denn ohne wichtige Kontakte ist man in der Medienbranche klinisch tot. Vor allem, wenn man irgendwann freiberuflich arbeiten muss.

Nochmal zur Süddeutschen Zeitung: Im “Hochhaus”, wie das neue Verlagsgebäude liebevoll genannt wird, verbirgt sich so einiger technischer Schnickschnack. Kolumnist Axel Hacke hat das hier einmal sehr kurzweilig zusammengefasst.

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fortbildung, Redaktion, Volos on tour | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Keine Frequenzstörung

Was war da wieder los? Da haben die doch tatsächlich die neuen LR-Volontäre aufs Radio losgelassen. Und das auch noch live! Ganze zwei Stunden war das Spektakel auf Kiel FM zu hören. Man stelle sich vor – auf der Frequenz 101.2 MHz konnten das potentiell 360.000 Hörer rund um die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt empfangen.

Im Studio des OKK

Ein Vabanquespiel!

Das Programm wurde dem Vernehmen nach in Gruppenarbeit mit weiteren Kieler Journalismus-Studenten gestaltet. Zuvor soll es noch eine Schnellbesohlung in Sachen Radiotechnik gegeben haben. Denn die anschließend ausgestrahlte Sendung geizte nicht mit sogenannten „Drops“, „Jingles“ oder „Vox Pops“. Nach Selbstaussage waren sogar die Playlists und Moderationen ganz manierlich. So sind die Hörer des Offenen Kanals Kiel nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Der Rest der Welt hatte ebenfalls Glück, dass dieses Husarenstück gut ausging. Schließlich lief die Sendung auch über einen Livestream…

Veröffentlicht unter Allgemein, Crossmedia, journalistische Missgeschicke, Volos on tour | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Symbolbilder (2)

Macht ist, „jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung, den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht”, schrieb bereits Max Weber. Willkommen bei der beliebten Rubrik Symbolbilder. Der Himmel ist blau. Das Sonnenlicht gleißend.  An einem schönen Spätsommertag wird in Mühlberg (Elbe-Elster) der fast fertige Lausitz-Hafen von mehreren Bürgermeistern begutachtet. Bei dem Vor-Ort-Termin mussten alle Stadtoberen die gleichen reflektierenden Schutzwesten tragen. Fast alle. Denn eine Weste stach heraus – in Farbe und Aufschrift. Nur keine falsche Bescheidenheit. In diesem Fall ist der Platzhirsch in der notwendigen Arbeitsschutzkleidung eine Frau und Chefin von Mühlberg. Nur damit das auch allen klar ist – auch den anwesenden Amtskollegen.

 

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Der mündige Bürger und das Riesenbrot

Promikoch Tim Mälzer hat den gestrigen Rechercheauftrag von Anne und mir mit derbem Humor und zotigen Sprüchen begleitet – dabei war er nur in Goyatz, um eine neue Schulküche einzuweihen. Der Mann kann nicht nur kochen, er macht sich auch gern über Frauen, den FCE oder Hobbyköche lustig…

“Eine Frau liest in einem Kochbuch von Tim Mälzer. Sie will Pizza machen. Sie walkt und knetet. 1000 Gramm Mehl für ein Blech? Wenn’s der Mälzer schreibt.

Der Teig ist fertig. Ausgerollt liegt er 15 Zentimeter dick auf dem Blech. Ob das stimmen kann? Wird schon passen, wenn’s der Mälzer schreibt.

Die Pizza backt. Der Ofen knistert. Die Frau will durch die Glastür schauen, aber sie sieht nichts. Ein Desaster. Obwohl’s der Mälzer schreibt: 1000 Gramm Mehl für ein Blech Pizza sind zu viel – ein quadratisches Riesenbrot wächst im Ofen.

Der Mälzer soll jetzt blechen. Das Reinigungsspray für den Ofen. Wer haftet eigentlich dafür, wenn der Promikoch das Rezept des Hobbykochs vermasselt?”

Veröffentlicht unter Recherche | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 1 Kommentar