Du sollst dich nicht gemein machen

Wir LR-Volos diskutieren derzeit eine Grundregel des Journalismus: Du sollst dich mit keiner Sache gemein machen. Das heißt, dass Journalisten objektiv und ausgewogen berichten, sich auf keine Seite schlagen. Wie weit dieser Grundsatz greift, darüber gehen in unseren Reihen die Meinungen auseinander.

Anlass ist der 15. Februar, an dem jährlich rechte Demonstranten durch Cottbus ziehen und an die Bombardierung Deutschlands durch die Alliierten erinnern. Juliane und ich möchten das Thema dieses Jahr im Vorhinein verstärkt bearbeiten. Glossen, Berichte, Kommentare für den Blog sind angedacht, außerdem Kurzfilme. Wieso sind im vergangenen Jahr gegen die etwa 300 rechten Querköppe nur gut 1000 Cottbuser auf die Straßen gegangen?

Manche Kollegen warnen: Macht euch nicht zum Sprachrohr, bleibt objektiv. Wir fragen: Darf eine Tageszeitung (bzw. wir als Volos der LR) in solchen Fragen nicht klar Stellung beziehen? Einige Kollegen sagen, es sei sowieso klar, dass wir gegen rechts sind. Wir fragen: Wie kann das klar sein, wenn wir es nicht deutlich aussprechen?

Darf ich mich als Journalistin nicht nur privat, sondern auch beruflich gegen Rechts aussprechen und das in meine Arbeit einbringen?

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Symbolbilder (4)

Herzlich willkommen zur beliebten Serie Symbolbilder. Links der berühmte Mett-Igel. Zuletzt gesehen auf einer Goldenen Hochzeit im sächsischen Riesa. Der Mett-Igel (auch: Hackepeter-Igel) soll unbestätigten Quellen zufolge in den 70er-Jahren im Ruhrpott gezüchtet worden sein. Als Grundlage dient Hack. Die lustigen Stacheln werden mit Zwiebelscheiben geformt. Für die Augen eignen sich Oliven. Mittlerweile ist der Mett-Igel in ganz Deutschland ein beliebter Party-Spaß. Der stachelige Freund hatte es vergangenes Jahr sogar bis ins Fernsehen geschafft. In der RTL-Show “Schwiegertochter gesucht” hatte Howard-Carpendale-Imitator Mario seinen beiden Wunschkandidatinnen zur Begrüßung einen Mett-Igel geformt. Allerdings, so Mett-Igel-Mario in einem Interview mit Express.de, sei alles inszeniert gewesen: „Was für eine schwachsinnige Idee! Es war Anfang Juli und fürchterlich heiß. Wir haben zu Filmzwecken einmal abgebissen und wieder ausgespuckt. Aber was hätte ich denn machen sollen?” Ja  – eine gute Frage. Vielleicht einfach mal eher den Ausgang wählen. Das rechte Bild ist übrigens aus dem Hamburger Bahnhof (Berlin). Dort stellt derzeit Tomás Saraceno (“Cloud Cities”) aus.  Erstmals ist es möglich,  20 seiner riesigen Ballonmodule zu sehen und zu betreten.  Abgefahren, irgendwie anders und entrückt.  Ein bisschen wie die Hüpfburgen bei Sparkassen-Festen auf dem Land.

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Das Raumschiff namens EU

Ende Januar packte ich die Koffer für Europa. Um genauer zu sein: für Brüssel. Auf Einladung der EU-Kommission reiste ich mit 22 anderen Volontären in die belgische Hauptstadt, um Europa besser zu verstehen. Im Nachhinein kommt mir die Reise wie eine Weltraum-Mission vor. Ich bewegte mich in einem Raumschiff namens Europäische Union (EU), das durch einen unheimlich großen und kaum durchschaubaren Politik-Kosmos fliegt. Ich versuche noch heute diese wirklich riesige Maschinerie der EU zu begreifen, kann jedoch nur kabinenweise das Raumschiff erkunden und mich nur auf einige Steuerpulte konzentrieren. Dennoch bin ich stolz einmal einen Einblick in die riesige Europapolitik bekommen zu haben. Was ich erlebt habe und einige meiner Erkenntnisse, könnt Ihr nach einem Klick auf “Weiter” nachlesen….

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Ein Zwerg bei den Riesen

Auf meinem Weg in die Redaktion Guben grüßen die großen Kühltürme des Kraftwerkes Jänschwalde aus weiter Entfernung. 120 Meter ragen die Betonsäulen in die Höhe. Fasziniert von den Riesen wechselt der Blick stets schnell von der Straße zu den Türmen. Nun hatte ich Gelegenheit, das Kraftwerk Jänschwalde bei einer kurzen Führung über das Gelände und durch die Hallen kennenzulernen. Zwischen Maschinenlärm wurden die groben Abläufe erklärt. Auch in die Leitwarte durfte ich einen Blick werfen: Unzählige Bildschirme,welche die Betriebszustände der einzelnen Komponenten anzeigen. Doch eher ungewöhnlich geht es erst am Fuß der Türme zu, denn dort werden in großen Becken auch Fische gezüchtet. Für eine optimale Temperatur in den Becken sorgt das aufgeheizte Kühlwasser. Und so wird nicht nur uns dank des Kraftwerks warm, sondern auch den Fischen.

 

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SUPER KALT

  

Lübben, 1. Februar, 12:32. Es ist superkalt da draußen. -8,4 Grad, laut Wetterbericht. Aber das hilft nun mal nichts, der Leser will informiert werden. Wer leidet wohl noch mehr unter der Kälte, als ein Volontär beim Fotografieren? Richtig, die Verkäufer auf dem Markt von Lübben. Gemüse gibt’s wegen der Kälte nicht, möglichst viele Kleiderschichten, inklusive Thermopullover sind die Tipps. Ein heißer Kakao wärmt da nur kurz. Ich dagegen kann zum Glück nach der Recherche wieder in die Redaktion. Da ist es deutlich wärmer!

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Quick und vor allem dirty – Die Zweite

Entschuldigen Sie, es müsste jetzt ganz schnell gehen.

Entschuldigen Sie, es müsste jetzt ganz schnell gehen.

Ein Nachtrag zum Artikel von Kollegin Anna – Ein kurzer Blick in die Realität des Crossmedia-Volos:

Auf Termin, es regnet, die Finger sind klamm. Wo ist der Stift? Mist, jetzt liegt der Block im Dreck. Uhhhhh, die Kamera, entschuldigen Sie bitte, könnten sie mal kurz halten? Danke. So, jetzt müssten wir nochmal da rüber, da ist das Licht besser. Ach Mensch, jetzt werden Sie ja ganz nass. Das tut mir leid. Aber muss halt. Haaalt, nochmal, da war jetzt der Ton ganz schlecht. Sorry. Ach Moment, ich müsste mal die Speicherkarte wechseln. Wo ist die denn? Ach, in der Tasche, könnten Sie mir die kurz rüberreichen? Vielen Dank, sehr freundlich. Nein, nein, Ihre Haare sind völlig in Ordnung, sieht super aus. Moment, ich müsste mir mal kurz was notiern. Och nö, jetzt streikt der Stift, könnten Sie mir Ihren kurz leihen. Ob das noch lange dauert? Nein, nein, gleich haben wir es geschafft.

 

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“Organisation ist alles!”

Hören kann ich es bald nicht mehr. Und lesen möchte ich es auch nicht mehr. “Organisation ist alles”, diese Worte fliegen momentan in meinem Kopf herum. Es ist schon erstaunlich und lehrreich, wie wir Journalisten mit einem eng gestrickten Terminplan zurecht kommen. Während meine Volo-Kollegin zur Zeit als Crossmedia-Journalistin mit dem möglichst gleichzeitigem Schreiben, Fotografieren und Drehen beschäftigt ist, plane ich momentan neben der Arbeit am Desk meine nächste Dienstreise nach Brüssel, meine kommende Seminarreise nach Leipzig und versuche mich an der Recherche und am Schreiben weiterer Artikel. Aber wie gesagt: “Organisation ist alles!”

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Quick and dirty

3 - 2 - 1 - keins (was geworden)?

Seit Kurzem sind einige der LR-Volos beim nächsten “Vorzeigeprojekt” dabei: Wir sind jetzt Crossmedia-Journalisten. Das heißt: Wir schreiben und fotografieren nicht nur für die Printausgabe. Wir legen außerdem Bildergalerien für unsere Internetseite an und führen Regie bei kurzen Videos, die unsere Online-User ansprechen sollen. Wo ehemals professionelle Fotografen, Kameramänner oder -frauen zuständig waren, gibt es jetzt – uns.

Horst Seidenfaden, Chefredakteur der “Hessisch Niedersächsischen Allgemeine”, erklärt in einem NDR-Beitrag das Prinzip: “Es ist natürlich so, dass die Qualität, die wir auf unserer Website haben, nicht der entspricht, die man normalerweise für das Fernsehen braucht. Das geht schon nach dem Prinzip ‘quick and dirty’. Aber für 1:30 reicht es allemal.”

Auf den Punkt gebracht bedeutet das mindestens in Bezug auf die Videos: Quantität statt Qualität. Spaß macht Crossmedia trotzdem. Bleibt abzuwarten, wie die Leser die Produkte annehmen.

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Von Weißwasser nach Cottbus verschifft

Übrigens vom 31.Dezember 2011

Mein Übrigens vom 31. Dezember 2011 in der Lokalausgabe Weißwasser

Abschied nehmen war noch nie wirklich mein Ding. Zum Jahreswechsel stand mein erster Stationswechsel an. Das heißt konkret: Von der Lokalredaktion Weißwasser nach einem Jahr Abschied nehmen und auf nach Cottbus ins Haupthaus, erst einmal zum Desk.

Zum Abschied wollte ich mir etwas ganz Besonderes einfallen lassen und so brütete ich mehrere Stunden an einem “Übrigens”. Das Resultat vom 31.12.2011 seht ihr im Bild. Heute, 19 Tage später, bin ich mächtig stolz auf dieses kleine künstlerische Werk. Vor allem weil es sich zum Teil bewahrheitet hat.

Am Ende schrieb ich: “Es muss ja auch kein Abschied auf immer sein.” Und wie es der Zufall oder sonst da wer so will, sitze ich heute in Cottbus am Desk, beschäftige ich mich Tag für Tag vor allem mit der Weißwasseraner Lokalausgabe. Ich habe durch die Texte, die ich lese und redigiere, das Gefühl niemals weg gewesen zu sein aus Weißwasser. Ich habe zwar momentan keinen Kontakt zu Lesern oder Informanten aus der Glasmacherstadt, schreibe auch nicht mehr annähernd so viel wie zu Weißwasseraner Zeiten, dennoch bin ich glücklich. Und wenn die Zeit am Desk herum ist, werde ich sicherlich wieder einen schrecklichen Abschied nehmen müssen. Aber so ist das nun mal. Nach jedem Ende, kommt ein neuer Anfang. Und den genieße ich jetzt erst einmal am Desk.

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Der Dämon an der Hauswand

Vor genau fünf Jahren wurde Deutschland vom Jahrhundertsturm Kyrill heimgesucht. Besonders betroffen war Kahla, ein Ortsteil von Plessa im Elbe-Elster-Landkreis, zwischen Schwarzheide und Elsterwerda gelegen.

Nun gibt es Menschen, die erinnern sich noch heute minutiös an das Ereignis, die Schäden und an die Aufräumarbeiten nach der Verwüstung des 380-Seelen-Dorfes. Andere haben den Orkan fast vergessen. Lediglich die neu gedeckten Dächer lassen noch vermuten, mit welcher Wucht dieser Sturm gewütet hat. Und dann gibt es Anneliese Meyer. Ihr Weg des Vergessens ist erstaunlich: Sie ließ sich Kyrill in bildlicher Gestalt eines Dämons auf ihre Häuserwand malen. Damit ihr Heim von einer solchen Naturgewalt zukünftig verschont bleibt, wie sie mir während meiner Vor-Ort-Reportage verriet. Einen solchen Orkan hat es glücklicherweise bis heute nicht mehr gegeben. Und auch nicht den unheilverkündenden Wetterfrosch von damals im Ersten Deutschen Fernsehen. Zumindest nicht in dieser Funktion.  

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